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Scheibner: “Herr Klingler, danke, dass Sie sich die Zeit für dieses Interview nehmen. Meine erste Frage zielt auf den Anfang Ihrer Klartraumgeschichte ab. Wie sind Sie auf das Thema “Klarträume” gestoßen und was waren Ihre ersten Gedanken hierzu?” Klingler: “Es war vor etwa drei Jahren. Damals erzählt mir ein Schulfreund davon, wie er mitten in der Nacht erwacht und wie gelähmt liegen bleibt. Man nenne es auch Schlafparalyse, sagte er mir damals. Dieses Phänomen hatte schließlich meine Neugier geweckt und ich begann mich einzulesen. Der Begriff Schlafparalyse kommt teilweise auch im Zusammenhang mit dem Klarträumen vor – so stieß ich schließlich auch darauf. Mein erster Gedanke war wohl, wie schön es sein muss, frei zu sein. Die Grenzenlosigkeit faszinierte mich von Anfang an.” Scheibner: “Auf Ihrer Internetseite sagen Sie, dass Sie regelmäßig Klarträume haben. Was fasziniert Sie am meisten daran und, erlauben Sie mir die Fragen, was ist Ihr Lieblingstraum?” Klingler: “Ich möchte hier zuerst betonen, dass ich kein besonders guter Klarträumer bin. Wenn ich viel übe, dann bringe ich es auf etwa vier Klarträume pro Monat – einen wöchentlich. Am meisten fasziniert mich daran, dass diese zweite Welt genauso intensiv, oder teilweise gar intensiver wahrgenommen werden kann als unsere Wachwelt. Einen Lieblingstraum habe ich nicht. Der erste Klartraum wird aber denke ich für alle Oneironauten etwas Besonderes bleiben.” Scheibner: “Welche Klartraum-Technik verwenden Sie am liebsten?” Klingler: “Am liebsten verwende ich „das kritische Bewusstsein“ aus der DILD-Kategorie. Dabei soll die kritische Grundhaltung gegenüber dem Bewusstseinszustand im Wachleben geschult und in den Traum hinein mitgenommen werden. Diese Technik gefällt mir, weil man sie im Wachleben üben kann und eine kritische Grundhaltung meiner Meinung nach auch die eigene Persönlichkeit im Wachleben stärkt.” Scheibner: “Herr Klingler, Sie betreiben nicht nur eine Internetseite über Klarträumen, Sie haben auch eine ausführliche Facharbeit inklusive Workshop zum Thema geschrieben. Wie wurde das Thema bei Ihren Mitmenschen aufgenommen? Steißen Sie auch auf Skepsis?” Klingler: “Bei vielen Mitmenschen stoße ich zuerst auf Unverständnis – klar, viele können sich nicht vorstellen, dass man plötzlich wissen sollte, dass man träumt. Vielen ist dieser Zustand fremd, sie können sich nichts darunter vorstellen. Und dann auch noch fliegen, durch Wände gehen und machen, was man will? Einige (ein kleiner Teil) reagieren darauf mit Skepsis, sagen, dass sie in der Nacht lieber schlafen wollen oder dass das alles nicht möglich sei. Der Vorwand, man wäre am nächsten Morgen nicht erholt, ist natürlich Unsinn und aus wissenschaftlicher Sicht ist der Klartraum bis anhin bewiesen und wurde noch nicht falsifiziert. Bei dem größten Teil aber löst die Thematik Verwunderung und Faszination aus. Die Leute fragen dann nach, wollen genaueres wissen, wollen das ergründen, was sie noch nicht kennen. Ich denke, dass dies an der Grenzenlosigkeit und der Freiheit des Klarträumens liegt. Trotz dieser Faszination habe ich das Gefühl, dass es bei vielen Leuten bei der bloßen Faszination bleibt – nur wenige lesen sich ins Thema ein und üben diszipliniert. Deshalb habe ich mich in meiner Maturazeit auch dazu entschlossen, den Einstiege möglicherweise anhand eines Workshop zu erleichtern.” Scheibner: “Vielen Dank für das Interview Herr Klingler! Eine letzte Frage noch: Was raten Sie Interessierten und Einsteigern, um gut in das Thema einzusteigen?” Klingler: “Ich selbst habe die Bücher “Schöpferisch Träumen“ von Paul Tholey und Kaleb Utecht sowie „Exploring the World of Lucid Dreaming“ von Stephen LaBerge und Howard Rheingold als Einstieg gelesen. Sehr interessante und lehrreiche Bücher von Klartraumpionieren. Dann habe ich sehr viel im Internet gelesen, unter anderem im Klartraumforum.de. Das alles hat mir sehr geholfen. Außerdem rate ich jedem Einsteiger, geduldig zu sein und sich auch über kleine Erfolge zu freuen.  Eine gute Traumerinnerung ist zu Beginn viel wichtiger als der erste Klartraum. Also sollten sich Einsteiger auch über erinnerte Trübträume erfreuen. Danach soll man sich über den ersten Reality Check, den man im Traum ausführt freuen, auch wenn er nicht zu einem Klartraum führt. Jeder kleine Schritt in Richtung Erfolg ist wichtig. Motivation ist wichtig. Geduld ist wichtig. Bei vielen kommt der erste Klartraum schon nach wenigen Wochen, bei einigen erst nach zwei oder drei Monaten.  Was ich aber sicher sagen kann: Es lohnt sich!

Interview mit Nico Klingler

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